Alternative Investments: Welche Anlagen es gibt und wie Privatanleger einsteigen

Isometrische 3D-Illustration in hellen Beige- und Grautönen. Auf gestuften Sockeln stehen kleine Szenen für verschiedene Anlageklassen. Links startet eine Rakete vom Gerüst, davor steht ein Bürogebäude. In der Mitte hält ein Globus mit Umlaufbahnen den Blick, darunter liegen Münzen, ein Liniendiagramm und ein Vertrag mit Stift. Rechts drehen sich zwei Windräder über einem Silo, daneben stapeln sich Goldbarren vor einem Kupferfass.

Dein Depot besteht aus ETFs und einzelnen Aktien, und Du fragst Dich, was es darüber hinaus noch gibt? Genau das beschreibt der Begriff alternative Investments: Anlagen, die nicht zu den klassischen Bausteinen eines Depots gehören. Dazu zählen Private Equity, Private Credit, Hedgefonds, Rohstoffe und Immobilien. Family Offices, Stiftungen und Pensionskassen halten solche Anlagen seit Jahrzehnten. Privatanleger kommen an viele davon erst seit einigen Jahren heran, meist über regulierte Fonds.

Alternative Investments in Kürze

  • Alternative Investments sind Anlagen außerhalb der klassischen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen, etwa Private Markets, Hedgefonds, Rohstoffe und Immobilien.
  • Sie hängen teils an anderen Faktoren als die Börse und können ein Depot breiter aufstellen. Eine Garantie dafür gibt es nicht.
  • Privatanleger investieren meist über regulierte Produkte: ELTIFs für Private Markets, Long-Short-Fonds für Hedgefonds-Strategien, ETCs für Rohstoffe und offene Immobilienfonds für Immobilien.
  • Klassische Hedgefonds stehen in Deutschland nur professionellen und semiprofessionellen Anlegern offen.
  • Bei NAO wählst Du aus einer handverlesenen Auswahl: 1 von 8 Fonds nehmen wir auf.
  • Alternative Anlagen binden Dein Geld oft über Jahre und kosten meist mehr als ein ETF. Auch Verluste sind möglich, im schlechtesten Fall bis zum Totalverlust.

Was sind alternative Investments?

Alternative Investments, auf Deutsch alternative Anlagen, umfassen alle Anlageklassen jenseits der drei klassischen: Aktien, Anleihen und Bargeld. Eine feste Liste gibt es nicht, je nach Quelle wird der Begriff enger oder weiter gefasst. Meist zählen dazu:

  • Private Markets: Private Equity, Venture Capital, Private Credit und Infrastruktur, also Beteiligungen und Kredite, die nicht an der Börse gehandelt werden
  • Hedgefonds und Fonds, die mit ähnlichen Werkzeugen arbeiten
  • Rohstoffe wie Gold oder Öl
  • Immobilien, wenn Du direkt oder über Immobilienfonds investierst
  • Sammlerstücke und Kryptowährungen, etwa Kunst oder Bitcoin

Was diese Anlagen verbindet: Ihr Wert hängt weniger direkt vom Auf und Ab der Aktien- und Anleihemärkte ab. Viele von ihnen kannst Du außerdem nicht jederzeit kaufen oder verkaufen. Einen Überblick über alle Anlageklassen, klassische wie alternative, gibt unser Artikel zu den verschiedenen Arten von Assetklassen.

Im Recht begegnet Dir der Begriff als AIF, kurz für alternativer Investmentfonds. Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) bezeichnet damit jeden Investmentfonds, der nicht den EU-Regeln für klassische Publikumsfonds folgt. Ein AIF muss deshalb nicht exotisch sein, auch jeder offene Immobilienfonds gehört dazu.

Die wichtigsten alternativen Anlageklassen

Private Markets

Private Markets ist der Oberbegriff für Anlagen in Unternehmen und Projekte abseits der Börse. Fonds für Private Equity beteiligen sich an etablierten Firmen und entwickeln sie über mehrere Jahre weiter. Venture Capital finanziert junge Unternehmen in frühen Phasen, Private Credit vergibt Kredite an Unternehmen außerhalb klassischer Banken. Infrastrukturfonds investieren in Stromnetze oder Rechenzentren und verdienen an langfristigen Verträgen.

Wie die vier Bereiche funktionieren und worin sie sich von der Börse unterscheiden, erklärt unser Grundlagenartikel Was sind Private Markets?. Auch Beteiligungen an Unternehmen kurz vor dem Börsengang gehören dazu, mehr dazu im Artikel Pre-IPO investieren.

Hedgefonds

Hedgefonds haben in ihrer Strategie weitgehend freie Hand. Sie können auf fallende Kurse setzen, über sogenannte Leerverkäufe, und mit Hebel arbeiten, also mit geliehenem Geld größere Positionen eingehen. Viele Strategien zielen auf ein Ergebnis, das weniger vom allgemeinen Börsentrend abhängt.

Klassische Hedgefonds sind in Deutschland Profis vorbehalten: Investieren dürfen nur professionelle und semiprofessionelle Anleger, Letztere in der Regel mit mindestens 200.000 Euro. Als Privatanleger nutzt Du stattdessen regulierte Publikumsfonds mit Long-Short-Strategie, die einzelne Hedgefonds-Werkzeuge in begrenztem Umfang nutzen. Was davon für Dich möglich ist, liest Du im Artikel Hedgefonds für Privatanleger.

Warum große Vermögensverwalter Hedgefonds wieder stärker gewichten, besprechen wir in Folge #51 unseres Podcasts Diversify. Anlass war eine Empfehlung des BlackRock Investment Institute aus dem Jahr 2025, den Anteil von Hedgefonds im Portfolio um fünf Prozentpunkte zu erhöhen.

Rohstoffe

Gold ist der bekannteste Rohstoff im Depot, daneben gibt es Industriemetalle, Energieträger wie Öl und Agrarrohstoffe. Rohstoffe zahlen weder Zinsen noch Dividenden, Dein Ergebnis hängt allein an der Preisentwicklung. Privatanleger investieren meist über ETCs, börsengehandelte Wertpapiere, die den Preis eines Rohstoffs abbilden, oder über Aktien von Minen- und Energiekonzernen. Gold gilt vielen als Absicherung in Krisen, auch sein Preis kann allerdings stark schwanken.

Immobilien

Immobilien können laufende Mieteinnahmen und mögliche Wertsteigerungen bringen. Wer keine eigene Wohnung kaufen will, kann über offene Immobilienfonds, über börsennotierte Immobilienaktien oder über Fonds investieren, die Immobilien als einen Baustein neben anderen Private-Markets-Anlagen halten. Auch bei offenen Immobilienfonds kommst Du nicht immer sofort an Dein Geld. Haltefristen und Kündigungsfristen sind je nach Fonds unterschiedlich geregelt.

Sammlerstücke und Kryptowährungen

Kunst, Oldtimer, Uhren oder Kryptowährungen werden ebenfalls zu den alternativen Anlagen gezählt. Sie sind schwer zu bewerten und werfen keine laufenden Erträge ab. Für die meisten dieser Anlagen gibt es keine regulierten Fonds, die sie für Privatanleger bündeln. Wir behandeln sie deshalb hier nur am Rande.

Diversifikation: Welche Rolle spielen alternative Investments im Portfolio?

Der wichtigste Grund ist Streuung. Hängt ein Teil Deines Vermögens an anderen Dingen als den Börsenkursen großer Konzerne, trifft Dich ein Einbruch am Aktienmarkt weniger hart. Ein Infrastrukturfonds verdient an Netzentgelten und langfristigen Verträgen, ein Private-Credit-Fonds an den Zinszahlungen von Unternehmen. Bei Private Markets kommt die Illiquiditätsprämie hinzu: Wer sein Geld länger bindet, erwartet dafür eine höhere Rendite. Zugesagt ist sie nicht.

Wie stark sehr vermögende Familien auf diese Streuung setzen, zeigt der Global Family Office Report 2026 der UBS. Die 307 befragten Family Offices, im Schnitt mit 2,7 Mrd. US-Dollar Vermögen, hielten 2025 zusammen 42 Prozent ihres Portfolios in alternativen Anlageklassen. Den größten Block bildete Private Equity mit 17 Prozent, dahinter folgten Immobilien mit 11 Prozent und Hedgefonds mit 6 Prozent. Mehr als ein Drittel von ihnen (37 Prozent) erwägt, den Hedgefonds-Anteil in den nächsten fünf Jahren zu erhöhen.

Ehrlich gesagt gilt der Streueffekt nicht in jeder Phase. In schweren Krisen fallen oft viele Anlageklassen gleichzeitig. Private-Markets-Fonds bewerten ihre Beteiligungen außerdem seltener als die Börse. Ihre Werte schwanken deshalb auf dem Papier weniger, kleiner wird das Risiko dadurch nicht.

Wie viel von Deinem Vermögen in alternative Anlagen passt, ist eine individuelle Frage. Sie hängt davon ab, wie lange Du auf das Geld verzichten kannst und wie viel Schwankung Du aushältst. Mehr zur Logik dahinter steht in unserem Artikel zur Diversifikation von Investments.

Wie Privatanleger in alternative Investments einsteigen

Für viele alternative Anlagen gibt es heute regulierte Produkte, die Du über Dein Depot kaufen kannst. Welches passt, hängt von der Anlageklasse ab:

  • Private Markets: meist über einen ELTIF, einen europäischen Fondsmantel für nicht börsengehandelte Anlagen. Seit der Reform ELTIF 2.0, die seit dem 10. Januar 2024 gilt, schreibt das Gesetz Privatanlegern keine Mindestanlage mehr vor. Wie ein ELTIF aufgebaut ist, erklärt unser Überblick zum ELTIF. Ein ELTIF kann eine feste Laufzeit haben oder als Evergreen-Fonds aufgelegt sein. Evergreen-Fonds haben kein festes Laufzeitende, nehmen laufend neues Geld auf und erlauben Rückgaben zu festen Terminen, oft mit Obergrenzen. Mehr dazu im Artikel Wie Evergreen-Fonds funktionieren.
  • Hedgefonds-Strategien: über Long-Short-Fonds. Das sind regulierte Publikumsfonds, die neben klassischen Aktienkäufen auch auf fallende Kurse setzen können.
  • Rohstoffe: über ETCs, die an der Börse gehandelt werden.
  • Immobilien: über offene Immobilienfonds, die Du über die Börse oder bei der Fondsgesellschaft kaufst.

Bei NAO findest Du alternative Investments aus mehreren Bereichen in einer App: Fonds für Private Equity, Venture Capital, Infrastruktur und Private Credit. Dazu kommen Multi-Asset-Fonds, die mehrere Private-Markets-Bausteine bis hin zu Immobilien bündeln, und Long-Short-Strategien von J.P. Morgan und UBS. Rohstoff-ETCs und Kryptowährungen gibt es bei NAO nicht.

Risiken alternativer Investments

Alternative Investments können ein Depot breiter aufstellen. Sie bringen dafür eigene Risiken mit:

  • Kapitalbindung: Viele Fonds erlauben Rückgaben nur zu bestimmten Terminen, teils erst nach einer Lock-up-Frist und mit Obergrenzen. Bei geschlossenen Fonds ist Dein Geld über die gesamte Laufzeit gebunden.
  • Bewertung: Private Unternehmen und Projekte haben keinen täglichen Börsenkurs. Fonds bewerten sie mit Modellen und Vergleichswerten, der tatsächliche Verkaufspreis kann davon abweichen.
  • Kosten: Aktiv verwaltete Fonds kosten mehr als ein Index-ETF, manche berechnen zusätzlich eine erfolgsabhängige Gebühr. Die Gesamtkosten stehen im Basisinformationsblatt.
  • Hebel und Leerverkäufe: Bei Strategien, die damit arbeiten, können Verluste größer ausfallen als bei einem reinen Aktienfonds.
  • Manager: Wie gut ein alternatives Investment läuft, hängt stark an den Entscheidungen des Fondsmanagers.
  • Verlust: Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich.

Was heißt das für Dich?

Für Dein Depot sind alternative Investments vor allem ein Baustein für mehr Streuung. Family Offices zeigen, wie das aussehen kann. Sie verteilen laut dem UBS-Report 42 Prozent ihres Portfolios auf mehrere alternative Anlageklassen, von Private Equity über Immobilien bis zu Hedgefonds. Diese Quote ist keine Vorlage für Privatanleger, Family Offices verfügen über andere Summen und planen über Generationen. Übertragen lässt sich das Prinzip: Dein Vermögen auf mehrere Bausteine verteilen, die an unterschiedlichen Dingen hängen.

Alternative Investments sind ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Anlagen. Ein Goldbarren hat mit einem Private-Credit-Fonds wenig gemein, außer dass beide nicht zu Aktien oder Anleihen gehören. Bevor Du investierst, kannst Du für Dich klären:

  • Wie breit ist Dein Depot heute gestreut? Ein alternativer Baustein bringt am meisten, wenn er sich anders entwickelt als Deine Aktien und ETFs.
  • Wie lange kannst Du auf das Geld verzichten, und brauchst Du jederzeit Zugriff darauf?
  • Welche Aufgabe soll die Anlage in Deinem Depot übernehmen: laufende Erträge oder langfristiges Wachstum?
  • Was kostet der Fonds, und wann kommst Du wieder an Dein Geld? Die Antworten stehen im Basisinformationsblatt.

Du hast Fragen zu einzelnen Fonds in der NAO-App? Unser Kundenservice ist werktags persönlich für Dich da. Schreib uns gerne.

FAQ

Was sind alternative Investments?

Alternative Investments sind Anlagen außerhalb der klassischen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen. Dazu zählen vor allem Private Markets, Hedgefonds, Rohstoffe und Immobilien.

Welche alternativen Anlageklassen gibt es?

Die wichtigsten sind Private Equity, Venture Capital, Private Credit, Infrastruktur, Hedgefonds, Rohstoffe und Immobilien. Oft werden auch Kunst, Sammlerstücke und Kryptowährungen dazugezählt.

Können Privatanleger in Hedgefonds investieren?

In klassische Hedgefonds nicht, sie stehen in Deutschland nur professionellen und semiprofessionellen Anlegern offen. Privatanleger können über regulierte Long-Short-Fonds investieren, die einzelne Hedgefonds-Werkzeuge nutzen.

Wie viel Prozent alternative Investments gehören ins Depot?

Eine feste Regel gibt es nicht. Entscheidend sind, wie lange Du auf das Geld verzichten kannst und wie viel Schwankung Du aushältst.

Wie kann ich mit NAO in alternative Investments investieren?

In der NAO-App findest Du Fonds für Private Equity, Venture Capital, Infrastruktur, Private Credit, Multi-Asset-Fonds und Long-Short-Strategien. Jeden Fonds hat unser Investment-Team geprüft, 1 von 8 Fonds nehmen wir auf. Investieren kannst Du je nach Fonds per Einmalanlage oder Sparplan.

Dieser Artikel dient der Information und ist keine Anlageberatung. Investitionen in Private Markets sind langfristig angelegt, das Kapital ist über die Laufzeit gebunden, Verluste bis zum Totalverlust sind möglich. Fondsunterlagen und Basisinformationsblatt findest Du in der NAO-App.

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