13.7.2023

Private Equity | Leitfaden

Private Equity | Leitfaden

Private Equity (PE) ist ein faszinierendes und komplexes Feld, das sowohl für erfahrene Investoren als auch für Neulinge auf dem Gebiet der Finanzen von Interesse ist. Es handelt sich um eine Anlageklasse, die sich auf den Kauf und Verkauf von Anteilen an privaten Unternehmen konzentriert, und die sowohl enorme Chancen als auch erhebliche Risiken birgt.

In diesem Leitfaden werden wir uns eingehend mit dem Thema Private Equity beschäftigen. Wir werden die Grundlagen erläutern und die verschiedenen Phasen eines Private-Equity-Deals durchgehen. Darüber hinaus werden wir uns mit den spezifischen Begriffen und Konzepten befassen, die in der Private-Equity-Branche verwendet werden, und Beispiele für erfolgreiche Private-Equity-Investitionen geben.

Unser Ziel ist es, Dir ein umfassendes Verständnis von Private Equity zu vermitteln, das Dir dabei hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Private Equity?

Private Equity, oder auf Deutsch „Beteiligungskapital“, ist eine Form der Unternehmensbeteiligung, bei der Kapital von Investoren direkt in private Unternehmen investiert wird. Im Gegensatz zu öffentlichen Aktien, die an der Börse gehandelt werden, sind Private-Equity-Investitionen nicht öffentlich zugänglich und erfordern in der Regel erhebliche Kapitalbeträge.

Beteiligungskapital vs. Fremdkapital

Für Private Equity ist es wichtig, den Unterschied zwischen Beteiligungskapital und Fremdkapital zu verstehen:

  • Beteiligungskapital, auch Eigenkapital (engl. Equity) genannt, bezieht sich auf Investitionen, die direkt in ein Unternehmen oder an deren bisherige Eigentümer fließen und dem Investor im Gegenzug einen Anteil an diesem Unternehmen geben. 
  • Im Gegensatz dazu ist Fremdkapital (engl. Debt) eine Form der Finanzierung, bei der ein Unternehmen Geld leiht, das es später zurückzahlen muss, oft mit Zinsen. Eine einfache Form des Fremdkapitals ist ein Privatkredit bei einer Bank.

Private Equity vs. Public Equity

Private Equity unterscheidet sich in mehreren wichtigen Aspekten von Public Equity, also öffentlich gehandelten Aktien. 

  1. Erstens sind Private-Equity-Investitionen in der Regel illiquider, da sie nicht an einer Börse gehandelt werden und daher schwieriger zu verkaufen sind. 
  1. Zweitens sind sie oft risikoreicher, da private Unternehmen weniger reguliert sind und weniger Informationen veröffentlichen müssen. 
  1. Drittens können sie jedoch auch höhere Renditen bieten, da sie den Investoren die Möglichkeit bieten, bereits in einer früheren Phase direkt in das Wachstum eines Unternehmens zu investieren. Hier sind die Unternehmenswert-Zuwächse meist dynamischer als bei Unternehmen, die bereits an einer Börse notiert sind. Allerdings ist zu beachten, dass diese potenziell höheren Renditen auch mit einem höheren Risiko einhergehen. Das Scheitern des Unternehmens kann zu erheblichen Verlusten für die Investoren führen.

Wachstumskapital - Von Seed bis Börsengang

Private Equity kann in verschiedenen Phasen eines Unternehmens eingesetzt werden, von der Seed-Phase, in der ein Unternehmen gerade erst gegründet wird, bis hin zum Börsengang, bei dem ein Unternehmen öffentlich gehandelt wird. 

In der Seed-Phase können Private-Equity-Investoren helfen, ein Unternehmen vom Boden zu heben, indem sie das notwendige Kapital bereitstellen, um das Geschäft zu starten und zu wachsen. In diesen frühen Phasen spricht man von Venture Capital (VC) (siehe weiter unten zu VC) als Unterkategorie von Private Equity. In späteren Phasen kann Private Equity dazu beitragen, ein Unternehmen auf den Börsengang vorzubereiten oder es durch eine schwierige Zeit zu führen.

Private Equity Begriffe

Um das Feld der Private Equity vollständig zu verstehen, ist es wichtig, einige Schlüsselbegriffe zu kennen:

Private Equity (Allgemein)

Buy Back: Dies bezieht sich auf den Prozess, bei dem ein Unternehmen seine eigenen Aktien vom Markt zurückkauft, oft um den Aktienpreis zu erhöhen oder um die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten. Das kann auch ein bewusstes Statement einer Firma sein, Selbstbewusstsein und Stabilität am Markt auszustrahlen.

Cashflow: Dies ist der Betrag an Bargeld, der in ein Unternehmen hinein und aus ihm heraus fließt. Ein positiver Cashflow bedeutet, dass ein Unternehmen mehr Geld einnimmt, als es ausgibt, was grundsätzlich ein gutes Zeichen für seine finanzielle Gesundheit und das Geschäftsmodell ist. Am Finanzmarkt gibt es daher auch den Satz “Cash ist King”, weil es eben real ist, anders als z. B. ein Buchgewinn.

Diversifikation: Dies bezieht sich auf die Strategie, Investitionen über eine Vielzahl von verschiedenen Anlageklassen, wie zum Beispiel Aktienanleihen, Regionen, Branchen und anderen Kategorien zu verteilen, um das Risiko zu reduzieren.

Due Diligence: Due Diligence bezieht sich auf den gründlichen Prüfungsprozess, den eine Private-Equity-Firma durchführt, bevor sie in ein Unternehmen investiert. Dieser Prozess umfasst die Überprüfung der Finanzen des Unternehmens, seiner Geschäftsstrategie, seiner Wettbewerbsposition, seines Managements und anderer relevanter Faktoren.

Exit (Ausstieg): Ein Exit bezieht sich auf den Verkauf eines Unternehmens oder den Börsengang (IPO), durch den eine Private-Equity-Firma ihr investiertes Kapital zurückerhält und hoffentlich einen Gewinn erzielt. Es gibt verschiedene Arten von Exits, darunter 

  • der Verkauf an ein anderes Unternehmen (auch bekannt als Trade Sale), 
  • der Verkauf an eine andere Private-Equity-Firma (Secondary Sale
  • und der Börsengang.

Leverage (Fremdkapital): Leverage bezieht sich auf die Verwendung von Fremdkapital zur Finanzierung von Investitionen. In der Private-Equity-Branche wird Leverage oft verwendet, um den Kauf von Unternehmen zu finanzieren. Durch die Aufnahme von Schulden kann eine Private-Equity-Firma eine größere Investment tätigen, als sie es sonst könnte, was das Potenzial für höhere Renditen erhöht.

Dies ist eine Unterkategorie von Private Equity, die sich auf Investitionen in Start-ups und junge Unternehmen konzentriert, die das Potenzial für hohes Wachstum haben, jedoch auch ein größeres Wagnis für die Investoren sind.

Private Equity Funds

Carried Interest: Dies ist der Anteil am Gewinn, den die Private-Equity-Fonds erhält, wenn sie eine Beteiligung an einem Unternehmen verkauft. In der Regel beträgt der Carried Interest 20 % des Gewinns, obwohl dies stark variieren kann. Der übrige Anteil am Gewinn sowie das anfangs investierte Kapital geht wiederum an die Investoren des Private-Equity-Fonds.

Managementgebühren: Diese Gebühren werden jährlich erhoben und basieren in der Regel auf einem Prozentsatz des von Fonds verwalteten Kapitals. Sie dienen dazu, die laufenden Betriebskosten des Fonds zu decken.

Wie funktioniert Private Equity?

Zielsetzung von Private Equity

Die Hauptzielsetzung von Private Equity besteht darin, hohe Renditen für die Investoren zu erzielen. Dies wird erreicht, indem 

  • in Unternehmen investiert wird, die ein hohes Wachstumspotenzial aufweisen, 
  • oder in Unternehmen, die unterbewertet sind, 
  • oder in Unternehmen, deren Geschäftsmodell durch strategische Änderungen verbessert werden kann. 

Private-Equity-Firmen arbeiten oft eng mit dem Management der Zielunternehmen zusammen, um diese Verbesserungen umzusetzen.

Der Private Equity Prozess

Im Folgenden beschreiben wir einen typischen Private Equity Prozess von Anfang bis Ende:

  1. Der Private-Equity-Prozess beginnt mit der Identifizierung potenzieller Investitionsmöglichkeiten. Dies kann durch Netzwerke, Branchenverbände oder durch direkte Ansprache von Unternehmen geschehen. 
  2. Sobald ein potenzielles Ziel identifiziert wurde, wird meist das Interesse an einem Erwerb über einen Letter of Intent kommuniziert, der meist auch grobe Parameter zur Transaktionsstruktur und den Preis beinhaltet, und im Idealfall eine Exklusivität für die Prüfung vom Unternehmen vereinbart. Nun führt die Private-Equity-Firma eine Due Diligence durch, um das Unternehmen gründlich zu prüfen und sicherzustellen, dass es eine gute Investition darstellt.
  3. Nach der Due Diligence folgt die weitergehende Verhandlungsphase, in der die finalen Bedingungen der Investition festgelegt werden. Dies kann die Höhe der Investition, die Struktur der Transaktion und die Rechte und Pflichten der Investoren und des Unternehmens umfassen. Sobald die Investition getätigt wurde, arbeitet die Private-Equity-Firma mit dem Unternehmen zusammen, um das Geschäftsmodell weiter zu optimieren und seinen Wert zu steigern. Dies kann durch eine Vielzahl von Strategien geschehen, einschließlich der Verbesserung der Betriebsabläufe, der Durchführung von Akquisitionen oder der Umstrukturierung des Unternehmens. Diese Phase kann mehrere Jahre lang andauern.
  4. Schließlich sucht die Private-Equity-Firma nach Möglichkeiten, ihre Investition zu ,,exiteren“, d. h. sie zu verkaufen oder das Unternehmen an die Börse zu bringen. Dies ist der Punkt, an dem die Investoren ihre Rendite realisieren.

Betrachten wir nun die einzelnen Phasen im Detail:

Private Equity Fundraising

Private-Equity-Firmen sammeln Geld von Investoren, um ihre Fonds zu finanzieren. Diese Investoren können institutionelle Anleger wie Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften sein, aber auch vermögende Privatpersonen. Der Fundraising-Prozess kann mehrere Monate oder sogar Jahre dauern und erfordert eine sorgfältige Planung und Vorbereitung.

Institutionelle Investoren

Institutionelle Investoren sind große Organisationen, die erhebliche Mengen an Kapital investieren. Dazu gehören Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften, Family Offices, Stiftungen und Universitäten. Diese Investoren haben oft spezifische Anforderungen an ihre Investitionen, einschließlich der Art der Unternehmen, in die sie investieren, und der Renditen, die sie erwarten.

Private Investoren

Private Investoren sind Einzelpersonen, die ihr eigenes Geld in Unternehmen investieren. Diese Investoren können einen wertvollen Beitrag zur Private-Equity-Landschaft leisten, da sie oft bereit sind, in kleinere oder risikoreichere Unternehmen zu investieren, die möglicherweise Schwierigkeiten haben, Finanzmittel von größeren institutionellen Investoren zu erhalten.

Private Equity Fond

Ein Private-Equity-Fonds ist ein spezialisierter Investmentfonds, der sich auf den Kauf und Verkauf von Beteiligungen an privaten Unternehmen konzentriert. Diese Fonds werden in der Regel von Private-Equity-Gesellschaften verwaltet, die das Kapital von institutionellen und privaten Investoren sammeln und dann entscheiden, in welche Unternehmen investiert wird.

Die Investitionen eines Private-Equity-Fonds können sich über eine Vielzahl von Branchen und Unternehmen erstrecken, je nach der spezifischen Anlagestrategie und dem Fokus des Fonds. Einige Fonds konzentrieren sich beispielsweise auf bestimmte Branchen wie Technologie oder Gesundheitswesen, während andere eine breitere Anlagestrategie verfolgen und in eine Vielzahl von Unternehmen investieren.

Die Verwaltung eines Private-Equity-Fonds umfasst nicht nur die Auswahl und den Kauf von Beteiligungen, sondern auch die aktive Verwaltung dieser Beteiligungen. Dies kann die strategische Beratung des Managements, die Umstrukturierung des Unternehmens oder die Unterstützung bei Fusionen und Übernahmen beinhalten. 

Schließlich ist das Ziel eines Private-Equity-Fonds, die Beteiligungen mit Gewinn zu verkaufen, sei es durch einen Börsengang, einen Verkauf an ein anderes Unternehmen oder einen Verkauf an einen anderen Investor.

Private Equity Investment

Ein Private-Equity-Investment bezieht sich auf den Prozess, bei dem ein Investor, typischerweise ein Private-Equity-Fonds, Kapital in ein privates Unternehmen investiert. Diese Investitionen können in Form von Eigenkapital, Fremdkapital oder einer Kombination aus beidem erfolgen.

Bei einer Eigenkapitalinvestition kauft der Investor Anteile am Unternehmen und wird so zum Miteigentümer. Dies gibt dem Investor das Recht, bei wichtigen Unternehmensentscheidungen mitzuwirken und einen Anteil an den zukünftigen Gewinnen des Unternehmens zu erhalten.

Bei einer Investition unter Beimischung von Fremdkapital (bis zu 100 % möglich) wird hingegen vom Investor nicht nur das eigene Kapital für die Beteiligung genutzt, sondern Fremdkapital für den Kaufpreis aufgenommen, das zurückgezahlt werden muss. Diese Art von Investition wird oft als ,,Leveraged Buyout“ bezeichnet. 

Der Investor kauft das Unternehmen mit einem hohen Grad an Fremdkapitalin der Hoffnung, dass die zukünftigen Cashflows des Unternehmens ausreichen werden, um die Schulden zu bedienen und damit den prozentualen Gewinn auf das eingesetzte Eigenkapital zu erhöhen.

In beiden Fällen ist das Ziel des Investors, einen möglichst hohen Return on Investment zu erzielen, indem er das Unternehmen profitabler macht und/oder es zu einem höheren Preis verkauft, als er dafür bezahlt hat. Dies kann durch eine Verbesserung der Betriebsabläufe, eine Erweiterung des Geschäfts oder eine Verbesserung der finanziellen Struktur des Unternehmens erreicht werden.

Marketing

Marketing spielt eine wichtige Rolle im Private-Equity-Prozess. Private-Equity-Firmen müssen sich selbst und ihre Fonds effektiv vermarkten, um Kapital von Investoren zu sammeln. Darüber hinaus müssen sie auch die Unternehmen, in die sie investieren, vermarkten und Netzwerkeffekte nutzen, um Kunden anzuziehen, Umsatz zu generieren und den Wert des Unternehmens zu steigern.

Due Diligence

Die Due Diligence ist ein kritischer Teil des Private-Equity-Prozesses. Sie beinhaltet eine gründliche Prüfung des Zielunternehmens, um sicherzustellen, dass es eine gute Investition darstellt bzw. dass der bezahlte Kaufpreis gerechtfertigt ist. Dies kann die Prüfung der Finanzen des Unternehmens, seiner Geschäftsstrategie, seiner Wettbewerbsposition und anderer relevanter Faktoren umfassen.

In dieser Phase wird auch intensiv mit sogenannten Modellen gearbeitet, wo die Finanzsituation in möglichen Szenarien simuliert und analysiert wird, um den möglichen Gewinn zu ermitteln. 

Leverage - Fremdkapital

Leverage, oder Fremdkapital, ist ein häufig verwendetes Instrument in der Private-Equity-Welt. Es bezieht sich auf die Praxis, Schulden aufzunehmen, um die Eigenkapitalrendite einer Investition zu erhöhen. Während Leverage das Potenzial für höhere Renditen bietet, erhöht es auch das Risiko, da das Unternehmen die Schulden zurückzahlen muss, unabhängig davon, wie gut es sich entwickelt.

Private Equity Exit

Der Exit ist der Punkt, an dem eine Private-Equity-Investition verkauft wird und die Investoren ihre Rendite realisieren. Dies kann durch den Verkauf des Unternehmens an einen anderen Investor, den Börsengang des Unternehmens oder durch den Rückkauf der Anteile durch das Unternehmen selbst geschehen.

Auch hier muss begrifflich der Unterschied zwischen einem Private-Equity-Exit und zum Beispiel dem Exit eines Startup-Gründers beachtet werden. Exit bedeutet nicht gleich Private Equity.

Mehrwert von Private Equity für Unternehmen

Private Equity kann erheblichen Mehrwert für die Unternehmen, in die sie investieren, schaffen. Dies kann durch die Bereitstellung von Kapital, strategischer Führung, Netzwerkzugang und anderen Ressourcen geschehen. Darüber hinaus können Private-Equity-Firmen oft Verbesserungen in den Bereichen Betrieb, Management und Unternehmensstrategie vornehmen, die den Wert des Unternehmens steigern.

Bildidee: Ein Geflecht aus abstrakten Münzen, Geldscheinen, Händen, Gehirnen, etc. hält ein Gebäude in der Luft

Private Equity Strategien

Es gibt verschiedene Strategien, die Private-Equity-Firmen anwenden können, abhängig von ihren spezifischen Zielen und der Art der Unternehmen, in die sie investieren. Einige der gängigsten Strategien sind:

Mehrheits- vs. Minderheitsbeteiligungen

Private-Equity-Firmen können entweder eine Mehrheits- oder eine Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen erwerben. 

  • Eine Mehrheitsbeteiligung gibt der Private-Equity-Firma die Kontrolle über das Unternehmen und ermöglicht es ihr, strategische und operative Entscheidungen zu treffen. 
  • Eine Minderheitsbeteiligung ermöglicht es der Private-Equity-Firma, Einfluss auf das Unternehmen auszuüben, ohne die volle Kontrolle zu haben.

Leveraged Buyout

Ein Leveraged Buyout (LBO) ist eine Strategie, bei der eine Private-Equity-Firma Schulden aufnimmt, um ein Unternehmen zu kaufen. Das Ziel ist es, das Unternehmen zu verbessern und seinen Wert zu steigern, sodass es später mit Gewinn verkauft werden kann.

Management Buyout

Ein Management Buyout (MBO) ist eine Strategie, bei der das Management eines Unternehmens das Unternehmen von den aktuellen Eigentümern kauft, oft mit der Unterstützung einer Private-Equity-Firma. Dies kann eine effektive Möglichkeit sein, das Management zu motivieren und das Unternehmen auf Wachstum auszurichten.

Distressed Securities

Distressed Securities sind Anteile von Unternehmen, die in finanziellen Schwierigkeiten sind oder Insolvenz angemeldet haben. Private-Equity-Firmen können diese Wertpapiere oft zu einem stark reduzierten Preis kaufen und dann versuchen, das Unternehmen zu restrukturieren und seinen Wert zu steigern.

In diesem Fall kann Private Equity als Vorstufe zur Insolvenzverwaltung die Abwicklung einer Firma verhindern und ein Comeback wagen.

Venture Capital

Venture Capital ist eine Form von Private Equity, die sich auf Investitionen in Start-ups und junge Unternehmen konzentriert. Venture-Capital-Firmen investieren oft in Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial, sind aber auch bereit, ein höheres Risiko einzugehen - daher wird hier auch von Wagniskapital gesprochen

Private Equity vs. Venture Capital

Obwohl Private Equity und Venture Capital beide Formen von privatem Kapital sind, gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen den beiden: 

  • Private-Equity-Investitionen konzentrieren sich in der Regel auf reife Unternehmen, die bereits einen etablierten Cashflow und eine stabile Geschäftstätigkeit haben. Sie können auch in Unternehmen investieren, die in finanziellen Schwierigkeiten sind und eine Umstrukturierung oder Neuausrichtung benötigen.Venture Capital hingegen konzentriert sich auf junge, oft technologieorientierte Unternehmen, die sich noch in der Anfangsphase befinden und ein hohes Wachstumspotenzial aufweisen. Diese Unternehmen haben oft noch keinen positiven Cashflow oder sogar noch keine Einnahmen, und die Investitionen sind daher mit einem höheren Risiko verbunden.

Ein Unternehmen kann auch nacheinander von Venture Capital aufgebaut und danach von Private Equity an die Börse gebracht werden.

Growth Capital

Growth Capital ist eine Form von Private Equity, die sich auf Investitionen in Unternehmen konzentriert, die sich in einer späteren Phase ihrer Entwicklung befinden und Kapital für Expansion, Akquisitionen oder die Umstrukturierung von Eigenkapital benötigen. Im Gegensatz zu Venture Capital, das sich auf Start-ups und junge Unternehmen konzentriert, zielt Growth Capital auf etablierte Unternehmen ab, die bereits einen stabilen Cashflow und eine bewährte Geschäftsstrategie haben.

Mezzanine Capital

Mezzanine Capital ist eine Form von Finanzierung, die Merkmale von Eigen- und Fremdkapital kombiniert. Es ist oft nachrangig gegenüber anderen Schulden und wird daher als risikoreicher angesehen. Im Austausch für dieses erhöhte Risiko bietet Mezzanine Capital jedoch oft höhere Renditen als andere Formen von Schulden. Es kann auch mit Optionen oder Warrants ausgestattet sein, die es dem Kreditgeber ermöglichen, Eigenkapital im Unternehmen zu erwerben.

Beispiele von erfolgreichen Private-Equity Investitionen 

Carlyle Group's Kauf von Getty Images (2012)

Im Jahr 2012 erwarb die Carlyle Group, eine der weltweit führenden Private-Equity-Gesellschaften, eine Mehrheitsbeteiligung an Getty Images, einem führenden Anbieter von Stockfotos und Medieninhalten. Carlyle kaufte die Beteiligung für rund 3,3 Milliarden Dollar

Während der Beteiligung von Carlyle konnte Getty Images seine digitale Präsenz erheblich ausbauen und neue Einnahmequellen erschließen. Im Jahr 2018 verkaufte Carlyle seine Beteiligung an Getty Images an die Familie Getty und die Firma Koch Equity Development. Obwohl die genauen Verkaufszahlen nicht öffentlich bekannt gegeben wurden, wird allgemein angenommen, dass Carlyle einen erheblichen Gewinn aus dem Verkauf erzielt hat.

Hellman & Friedman’s Kauf von Scout24 (2014)

Im Jahr 2014 erwarb die Private-Equity-Gesellschaft Hellman & Friedman eine Mehrheitsbeteiligung an Scout24, einem führenden deutschen Online-Marktplatz für Autos und Immobilien, für rund 2,5 Milliarden Euro. Hellman & Friedman führte das Unternehmen durch eine Phase erheblichen Wachstums und Digitalisierung. 

Im Jahr 2015 brachte Hellman & Friedman Scout24 an die Börse, behielt jedoch eine bedeutende Beteiligung. Im Jahr 2020 verkaufte Hellman & Friedman seine restlichen Anteile an Scout24. Obwohl die genauen Verkaufszahlen auch hier nicht öffentlich bekannt gegeben wurden, wird allgemein angenommen, dass Hellman & Friedman einen sehr hohen Gewinn aus dem Verkauf erzielt hat.

Carlyle Group & Thomas H. Lee Partners Kauf von Dunkin’ Donuts (2006)

Im Jahr 2006 erwarben drei Private-Equity-Firmen - Bain Capital, The Carlyle Group und Thomas H. Lee Partners - die Dunkin' Brands Group, die Muttergesellschaft von Dunkin' Donuts und Baskin-Robbins, für 2,4 Milliarden Dollar. Die Investoren arbeiteten eng mit dem Management zusammen, um das Geschäftsmodell zu verfeinern, die Marke zu stärken und das Wachstum zu beschleunigen. 

Sie erweiterten das Geschäft international und führten neue Produkte ein, die das Unternehmen von einem traditionellen Donutladen zu einem führenden Anbieter von Kaffee und anderen Getränken machten. Im Jahr 2011 ging Dunkin' Brands an die Börse, und die Private-Equity-Investoren verkauften ihre Anteile nach und nach. Bis 2018 hatten sie ihre gesamte Beteiligung verkauft und dabei einen erheblichen Gewinn erzielt.

Leonard Green & Partners und Texas Pacific Groups Kauf von Petco (2000 & 2006)

Petco, eine große US-amerikanische Haustierbedarfskette, wurde zweimal von Private-Equity-Firmen gekauft und verkauft. Im Jahr 2000 erwarben Leonard Green & Partners und Texas Pacific Group (TPG) Petco für etwa 600 Millionen Dollar. Sie arbeiteten daran, das Unternehmen zu erweitern und seine Rentabilität zu verbessern, und brachten es 2002 wieder an die Börse

Im Jahr 2006 kauften sie Petco erneut, diesmal für 1,8 Milliarden Dollar, und nahmen es vom Markt. Nach weiteren Verbesserungen und Expansionen verkauften sie Petco 2016 an eine andere Gruppe von Private-Equity-Investoren für 4,6 Milliarden Dollar, was einen erheblichen Gewinn darstellte.

Private Equity Modellierung

Die Modellierung von Private Equity ist ein wichtiger Aspekt der Arbeit einer Private-Equity-Firma. Sie beinhaltet die Verwendung von Finanzmodellen, um die potenzielle Rendite einer Investition zu bewerten und zu prognostizieren. Dies kann eine Reihe von Techniken umfassen, einschließlich Discounted Cash Flow (DCF) Analyse, Leveraged Buyout (LBO) Modellierung und andere.

Kennzahlen

Es gibt eine Reihe von Kennzahlen, die bei der Modellierung von Private Equity verwendet werden können. Dazu gehören der interne Zinsfuß oder internal rate of return (IRR), der den jährlichen Ertrag einer Investition misst. Der Multiple on Invested Capital (MOIC), der das Verhältnis des Endwerts der Investition zum ursprünglich investierten Kapital misst, und der Cash-on-Cash-Return, der das Verhältnis des ausgezahlten Cashflows zum investierten Kapital misst.

Verschiedene Modelle

Es gibt verschiedene Modelle, die in der Private-Equity-Modellierung verwendet werden können. Dazu gehören 

  • das Leveraged Buyout (LBO) Modell
  • das Venture Capital (VC) Modell 
  • und das Growth Capital Modell. 

Jedes dieser Modelle hat seine eigenen Besonderheiten und wird je nach Art der Investition und den spezifischen Zielen der Private-Equity-Firma angewendet.

Private Equity Regulierung

Private Equity wird in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, reguliert. Die Regulierung zielt darauf ab, Investoren zu schützen und die Integrität des Marktes zu gewährleisten.

AIFM

Die AIFM-Richtlinie (Alternative Investment Fund Managers Directive) ist eine EU-Richtlinie, die die Verwaltung und den Vertrieb von alternativen Investmentfonds (AIFs), einschließlich Private-Equity-Fonds, regelt. Sie legt Anforderungen an die Manager von AIFs in Bezug auf Transparenz, Risikomanagement und andere Bereiche fest.

KAGB

Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) ist das deutsche Gesetz, das die Umsetzung der AIFM-Richtlinie in deutsches Recht regelt. Es legt die Anforderungen für die Verwaltung und den Vertrieb von AIFs in Deutschland fest.

Investmentsteuergesetz

Das Investmentsteuergesetz regelt die Besteuerung von Investmentfonds in Deutschland, einschließlich Private-Equity-Fonds. Es legt fest, wie die Erträge aus diesen Fonds besteuert werden und welche Steuererleichterungen für Investoren verfügbar sind.

Private Equity Unternehmen

Es gibt viele verschiedene Arten von Unternehmen, die in Private Equity involviert sind. Dazu gehören Private-Equity-Firmen, die direkt in Unternehmen investieren, sowie eine Reihe von Dienstleistungsunternehmen, die Unterstützung und Beratung für Private-Equity-Transaktionen bieten.

Private Equity Fonds

Private Equity Fonds sind Investmentfonds, die in private Unternehmen investieren. Sie werden von Private-Equity-Firmen verwaltet und ziehen Kapital von einer Vielzahl von Investoren an, darunter institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften, sowie vermögende Privatpersonen. 

Die Fonds verwenden dieses Kapital, um Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben, mit dem Ziel, deren Wert zu steigern und schließlich einen Gewinn durch den Verkauf der Beteiligung zu erzielen.

Private Equity vs. Hedgefonds

Obwohl Private Equity und Hedgefonds beide alternative Investmentstrategien sind, gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen ihnen. 

  • Private Equity Fonds investieren in private Unternehmen und arbeiten oft aktiv mit dem Management dieser Unternehmen zusammen, um deren Wert zu steigern. 
  • Hedgefonds hingegen investieren in eine breite Palette von Anlageklassen, einschließlich Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Derivate, und verwenden oft komplexe Strategien und Hebelwirkung, um hohe Renditen zu erzielen. 

Der Investmentfokus und Hedgefonds liegt ferner auf Vermögensgegenständen, die regelmäßig gehandelt werden, also beispielsweise Aktie. Hingegen sind die Unternehmen, die im Fokus von Private Equity Funds stehen, in aller Regel illiquide und nicht börsennotiert.

Private Equity Unternehmen Deutschland

Deutschland ist ein bedeutender Standort für Private-Equity-Investitionen und beherbergt eine Vielzahl von Private-Equity-Firmen, die in eine breite Palette von Branchen und Unternehmen investieren. Diese Firmen reichen von großen, internationalen Akteuren bis hin zu kleineren, spezialisierten Unternehmen, die sich auf bestimmte Sektoren oder Investitionstypen konzentrieren.

Zu den großen internationalen Private-Equity-Firmen, die in Deutschland tätig sind, gehören KKR und Blackstone. Diese Firmen verfügen über erhebliche Ressourcen und investieren in eine Vielzahl von Branchen, von Technologie und Gesundheitswesen bis hin zu Konsumgütern und Industrieunternehmen. Sie sind bekannt für ihre Fähigkeit, große Transaktionen durchzuführen und Unternehmen durch Wachstumsphasen zu führen.

Neben diesen großen Akteuren gibt es in Deutschland auch eine Reihe von kleineren, spezialisierten Private-Equity-Firmen. Diese Firmen konzentrieren sich oft auf bestimmte Branchen oder Arten von Investitionen. Ein Beispiel ist die Deutsche Beteiligungs AG, die sich auf mittelständische Unternehmen in Deutschland konzentriert. Ein weiteres Beispiel ist die Afinum Management GmbH, die sich auf Wachstumsfinanzierungen und Nachfolgelösungen für mittelständische Unternehmen spezialisiert hat.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland auch eine Reihe von Venture-Capital-Firmen, die in Start-ups und junge Unternehmen investieren. Dazu gehören Firmen wie Project A, earlybird und HV Capital, die in eine Vielzahl von Technologie- und Internetunternehmen investiert haben.

Insgesamt bietet der deutsche Private-Equity-Markt eine breite Palette von Investitionsmöglichkeiten und -strategien, die sowohl für große internationale Investoren als auch für kleinere, spezialisierte Investoren attraktiv sind.

Die Heuschreckendebatte

Die ,,Heuschreckendebate“ ist eine Diskussion, die in Deutschland und anderen Ländern über die Rolle von Private-Equity-Firmen in der Wirtschaft geführt wird. Kritiker argumentieren, dass Private-Equity-Firmen oft kurzfristige Gewinne auf Kosten von langfristigem Wachstum und Arbeitsplätzen verfolgen, während Befürworter darauf hinweisen, dass Private Equity oft in unterperformende Unternehmen investiert und dazu beiträgt, deren Leistung zu verbessern und Wert zu schaffen.

Während es mit Sicherheit, gerade in der Vergangenheit, rücksichtslos vorgehende Private-Equity-Firmen gab und gibt, operiert der große Teil doch ethisch korrekt und langfristig denkend.

Die größten Private Equity Firmen

Zu den größten Private-Equity-Firmen weltweit gehören Blackstone, KKR, Carlyle Group und Apollo Global Management.Diese Firmen verwalten jeweils mehrere Milliarden Dollar an Anlagevermögen und investieren in eine Vielzahl von Branchen und Regionen.

In Private Equity investieren

Private Equity stellt eine faszinierende Anlageklasse dar, die Investoren die Möglichkeit bietet, in private Unternehmen zu investieren, die oft nicht für den allgemeinen Markt zugänglich sind. Diese Art von Investition kann besonders attraktiv sein für diejenigen, die nach hohen Renditen suchen und ihr Portfolio diversifizieren möchten. Allerdings ist es wichtig, die spezifischen Risiken und Herausforderungen zu verstehen, die mit Private-Equity-Investitionen verbunden sind. Eine Beimischung von 15-20 % von Private Equity im eigenen Portfolio kann als sinnvoll gelten.

Eines der Hauptmerkmale von Private-Equity-Investitionen ist ihre Illiquidität. Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen, die an öffentlichen Börsen gehandelt werden und jederzeit verkauft werden können, sind Private-Equity-Investitionen in der Regel für einen längeren Zeitraum gebunden, oft mehrere Jahre. Dies bedeutet, dass Investoren bereit sein müssen, ihr Kapital für einen längeren Zeitraum zu binden, ohne die Möglichkeit eines schnellen Ausstiegs.

Darüber hinaus kann die Bewertung von Private-Equity-Investitionen komplex sein. Da die Unternehmen, in die investiert wird, nicht öffentlich gehandelt werden, gibt es oft keine transparenten Marktpreise für ihre Aktien. Stattdessen müssen die Fondsmanager und Investoren Schätzungen und Annahmen verwenden, um den Wert der Investitionen zu bestimmen. Dies kann zu Unsicherheiten und potenziellen Meinungsverschiedenheiten über den Wert der Investitionen führen.

Private Equity Performance

Die Performance von Private-Equity-Investitionen kann stark variieren und hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Dazu gehören die Qualität des Fondsmanagements, die Auswahl und das Management der einzelnen Investitionen, die Marktbedingungen und die allgemeine Wirtschaftslage. 

Historisch gesehen haben Private-Equity-Investitionen jedoch oft höhere Renditen erzielt als Anlageklassen wie Aktien und Anleihen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass hohe Renditen oft mit höheren Risiken einhergehen und dass die Performance in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist.

Private Equity Sekundärmarkt

Der Private-Equity-Sekundärmarkt ist ein wichtiger Bestandteil des Private-Equity-Ökosystems, der es Investoren ermöglicht, Anteile zu verkaufen und Liquidität zu erzielen. Der Sekundärmarkt bietet neuen Investoren Zugang zu bereits geschlossenen Fonds und ermöglicht eine Diversifizierung von Portfolios. Allerdings birgt er auch Herausforderungen, darunter die Schwierigkeit, genaue Preise zu ermitteln, und potenzielle Illiquidität. Investoren sollten daher ihre Aktivitäten auf dem Sekundärmarkt sorgfältig prüfen und in ihre Gesamtanlagestrategie einbeziehen.

Fazit

Private Equity ist eine facettenreiche und komplexe Anlageklasse, die sowohl hohe Renditen als auch erhebliche Risiken birgt. Für Anleger, die in Private Equity investieren oder darüber nachdenken, ist es von entscheidender Bedeutung, die Mechanismen, Strategien und Risiken von Private Equity zu verstehen.

Darüber hinaus sollten sie sicherstellen, dass sie über die notwendigen Ressourcen und das Fachwissen verfügen, um diese Art von Investitionen effektiv zu managen.

Zusammenfassend lassen sich einige Schlüsselpunkte hervorheben:

  • Private Equity bezieht sich auf Investitionen in private Unternehmen und kann eine Reihe von Strategien umfassen, einschließlich Leveraged Buyouts, Wachstumskapital und Venture Capital.
  • Private-Equity-Investitionen können hohe Renditen bieten, aber sie sind auch mit erheblichen Risiken verbunden, einschließlich der Illiquidität und der Komplexität der Bewertung von Investitionen.
  • Der Private-Equity-Sekundärmarkt bietet eine Möglichkeit für Investoren, Liquidität zu erlangen und in geschlossene Fonds zu investieren.

Mit dem richtigen Verständnis und den richtigen Ressourcen kann Private Equity eine wertvolle Ergänzung zu einem diversifizierten Portfolio sein.

FAQs

Was ist Private Equity genau?

Private Equity bezieht sich auf Investitionen in private Unternehmen, die nicht an einer Börse gelistet sind. Private-Equity-Firmen sammeln Kapital von Investoren und verwenden dieses Kapital, um Beteiligungen an privaten Unternehmen zu erwerben. Sie arbeiten dann oft mit dem Management dieser Unternehmen zusammen, um deren Wert zu steigern, bevor sie ihre Beteiligung verkaufen und einen Gewinn erzielen.

Was machen Private-Equity-Fonds?

Private-Equity-Fonds sammeln Kapital von Investoren und verwenden dieses Kapital, um Beteiligungen an privaten Unternehmen zu erwerben. Sie arbeiten dann oft mit dem Management dieser Unternehmen zusammen, um deren Wert zu steigern. Schließlich verkaufen sie ihre Beteiligung und verteilen die Gewinne an die Investoren des Fonds.

Wie sicher ist Private Equity?

Wie bei jeder Anlageklasse birgt auch Private Equity Risiken, einschließlich des Risikos von Kapitalverlusten. Die Performance von Private-Equity-Investitionen kann stark variieren und ist von einer Reihe von Faktoren abhängig, einschließlich der Qualität des Fondsmanagements und der allgemeinen Marktbedingungen. 

Es ist wichtig, dass Anleger, die in Private Equity investieren, diese Risiken verstehen und sicherstellen, dass sie über die notwendigen Ressourcen und das Fachwissen verfügen, um diese Art von Investitionen effektiv zu managen.

Wie verdienen Private Equity Firmen Geld?

Private Equity Firmen verdienen Geld auf zwei Arten: durch Managementgebühren und durch Gewinnbeteiligung, auch bekannt als „Carried Interest".

Managementgebühren: Diese Gebühren werden jährlich erhoben und basieren in der Regel auf einem Prozentsatz des von der Firma verwalteten Kapitals. Sie dienen dazu, die laufenden Betriebskosten der Firma zu decken.

Gewinnbeteiligung (Carried Interest): Dies ist der Anteil am Gewinn, den die Private-Equity-Firma erhält, wenn sie eine Beteiligung an einem Unternehmen verkauft. In der Regel beträgt der Carried Interest 20 % des Gewinns, obwohl dies stark variieren kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Großteil des Einkommens einer Private-Equity-Firma in der Regel aus dem Carried Interest stammt. Daher ist das Hauptziel einer Private-Equity-Firmaden Wert ihrer Investitionen zu steigern und sie mit einem möglichst hohen Gewinn zu verkaufen.

Wieso in Private Equity investieren?

Es gibt mehrere Gründe, warum Investoren in Private Equity investieren könnten:

  • Hohe Renditen: Historisch gesehen haben Private-Equity-Investitionen oft höhere Renditen erzielt als Anlageklassen wie Aktien und Anleihen.
  • Diversifikation: Private Equity kann eine Möglichkeit zur Diversifikation des Portfolios bieten, da die Performance von Private-Equity-Investitionen oft wenig Korrelation mit traditionellen Anlageklassen hat.
  • Zugang zu privaten Unternehmen: Private Equity ermöglicht es Investoren, in private Unternehmen zu investieren, die nicht an einer Börse gelistet sind. Dies kann besonders attraktiv sein, da viele der am schnellsten wachsenden Unternehmen heute privat sind.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Private Equity auch Risiken birgt, einschließlich des Risikos von Kapitalverlusten, und dass diese Art von Investitionen oft eine langfristige Verpflichtung erfordert.

Was ist das Ziel von Private Equity?

Das Hauptziel von Private Equity ist es, den Wert der Unternehmen, in die sie investieren, zu steigern und sie schließlich mit Gewinn zu verkaufen. Dies wird oft erreicht, indem die Private-Equity-Firma mit dem Management des Unternehmens zusammenarbeitet, um operative Verbesserungen vorzunehmen, strategische Akquisitionen zu tätigen oder das Geschäftsmodell des Unternehmens zu verändern. 

In einigen Fällen kann die Private-Equity-Firma auch helfen, das Unternehmen an die Börse zu bringen. Letztendlich zielt Private Equity darauf ab, einen Mehrwert für die Investoren zu schaffen, indem sie hohe Renditen auf ihre Investitionen erzielen.

Willst Du dabei sein?